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Wissen · Technologie

Faserlaser und ihre Funktionsweise, Vorteile und Einsatzgebiete

Faserlaser sind die erste Wahl, wenn Metalle und viele Kunststoffe dauerhaft beschriftet oder graviert werden sollen. Wir erklären verständlich, wie ein Faserlaser aufgebaut ist, was MOPA-Technologie auszeichnet, welche Materialien sich bearbeiten lassen und wie viel Leistung Sie wirklich brauchen.

Schematische Darstellung der Laserquelle – wie ein Faserlaser funktioniert

Auf einen Blick

  • Wellenlänge 1064 nm
  • Ytterbium-dotierte Glasfaser als Medium
  • MOPA bietet mehr Kontrolle als Q-Switched
  • Lebensdauer über 80.000 Betriebsstunden

Was ist ein Faserlaser?

Ein Faserlaser ist eine Lasertechnologie, bei der das aktive Medium eine Glasfaser ist. Genutzt wird er vor allem zum Beschriften, Gravieren und teilweise auch zum Schneiden von Metallen. Sein Strahl lässt sich extrem fein fokussieren, was ihn für filigrane Schriften, Logos und maschinenlesbare Codes ebenso geeignet macht wie für robuste Bauteilkennzeichnung in der Serienfertigung.

Aufbau und Funktionsweise eines Faserlasers

Ein Faserlaser arbeitet bei einer Wellenlänge von 1064 Nanometern und nutzt dafür eine speziell aufgebaute Glasfaser aus drei Schichten. Der innere Kern leitet das Licht, der ihn umgebende Mantel hält das Licht im Kern und führt es entlang der Faser, und eine schützende Beschichtung sorgt für Stabilität und Flexibilität. Entscheidend ist der Kern: Er ist mit Ytterbium dotiert, und wenn dieses Material durch Licht angeregt wird, gibt es Photonen ab. Diese lösen eine Kettenreaktion aus, bei der sich die Lichtenergie im infraroten Spektrum immer weiter verstärkt, bis ein leistungsstarker, sauber gebündelter Strahl entsteht.

Aufbau einer Glasfaser im Faserlaser: lichtleitender Kern, umgebender Mantel und schützende Beschichtung

MOPA- oder Q-Switched-Faserlaser?

Faserlaser unterscheiden sich vor allem in der Art, wie sie ihre Pulse erzeugen. Bei einem MOPA-Faserlaser wird das Laserlicht zunächst langsam und kontrolliert erzeugt und erst danach verstärkt. Dadurch lassen sich Pulsenergie, Pulsdauer und Frequenz sehr genau steuern, was hervorragende Anlassmarkierungen und eine besonders saubere Kunststoffbeschriftung ermöglicht. Ein Q-Switched-Faserlaser erzeugt dagegen schnelle, sehr intensive Pulse und eignet sich damit gut für tiefes Gravieren in Metall, bietet aber mit fester Pulsbreite und eingeschränktem Frequenzbereich deutlich weniger Spielraum.

Für die meisten Anwendungen ist der MOPA-Faserlaser die bessere Wahl, weil er eine genauere Steuerung und eine bessere Wiederholbarkeit der Lichtparameter bietet. Genau deshalb setzen wir in unseren Geräten auf MOPA-Technologie.

Welche Materialien kann ein Faserlaser gravieren?

Das Materialspektrum eines Faserlasers ist breit. Zum Beschriften und Markieren eignen sich Stahl und Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Messing und Titan ebenso wie viele Kunststoffe von Acryl über ABS und PET bis PMMA sowie Keramik. Beim Tiefengravieren lassen sich Metalle, Hartmetalle, Keramik und harte Kunststoffe abtragen. Mit der MOPA-Technologie gelingen darüber hinaus farbige Anlassmarkierungen auf Edelstahl, eloxiertem Aluminium und Titan. Und nicht zuletzt lässt sich ein Faserlaser zum gezielten Entschichten nutzen, etwa um Lacke, Pulverbeschichtungen, Oxidschichten oder Leiterbahnen rückstandsfrei zu entfernen.

Welche Wellenlänge für welches Material am besten passt, haben wir in unserem Beitrag zum UV-Laser gegenübergestellt – denn empfindliche Kunststoffe und Glas verlangen oft eine andere Technologie.

Wie viel Watt braucht ein Faserlaser?

Die passende Laserleistung richtet sich nach Material und Anwendung. Im unteren Bereich bis etwa 20 Watt lassen sich Kunststoffe und dünne Beschichtungen markieren; das genügt für kleinere Stückzahlen oder das Labor, das Markierfeld bleibt dabei meist auf etwa 110 × 110 mm begrenzt. Der mittlere Bereich von 30 bis 60 Watt ist die vielseitigste Wahl und verbindet Leistung mit Genauigkeit, etwa für die Metallgravur auf Edelstahl, Aluminium oder Messing – für den gewerblichen und industriellen Einsatz empfehlen wir mindestens 30 Watt. Im oberen Bereich ab 80 Watt sind tiefe, schnelle Metallgravuren und hohe Durchsätze möglich, und in der Schmuckfertigung lassen sich damit sogar dünne Bleche bis etwa einem Millimeter schneiden.

Lebensdauer eines Faserlasers

Hochwertige Faserlaser erreichen oft eine Lebensdauer von weit über 80.000 Betriebsstunden. Wie lange eine Quelle tatsächlich hält, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab – von der Bauart und der Qualität der Komponenten über die Betriebsbedingungen bis hin zur Wartung. Eine gut ausgelegte Kühlung und der Zustand der optischen Bauteile beeinflussen die Lebensdauer dabei erheblich.

Kaufempfehlung: der richtige Faserlaser

Wenn Sie Metalle und viele Kunststoffe präzise, kontrastreich oder farbig beschriften möchten, ist ein MOPA-Faserlaser die richtige Basis. Unser Gravis setzt genau diese moderne MOPA-Technologie ein, arbeitet als vollständig umhaustes System der Laserklasse 1 und lässt sich mit einer verfahrbaren X-Achse auch für größere Markierfelder in der Serienfertigung erweitern. Wenn Sie unsicher sind, welche Variante und Leistung zu Ihren Bauteilen passt, schicken Sie uns einfach ein Probeteil – wir fertigen Ihnen daraus eine Musterbeschriftung, damit Sie das Ergebnis vor der Entscheidung sehen.

Zuletzt aktualisiert am 31. Mai 2026 · Grossmann Lasertechnik GmbH, Rüthen

FAQ

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten kompakt zusammengefasst.

Q01 Wie funktioniert ein Faserlaser?
Im Kern eines Faserlasers verstärkt eine mit Ytterbium dotierte Glasfaser Licht durch stimulierte Emission und erzeugt einen sehr feinen, gebündelten Strahl mit 1064 nm Wellenlänge. Dieser Strahl trifft über bewegliche Spiegel auf das Werkstück und erzeugt dort durch Anlassen, Aufschäumen oder Abtragen eine dauerhafte Markierung.
Q02 Was ist der Unterschied zwischen MOPA- und Q-Switched-Faserlasern?
Bei einem MOPA-Faserlaser wird das Laserlicht kontrolliert erzeugt und anschließend verstärkt, wodurch sich Pulsdauer und Frequenz frei einstellen lassen. Das ermöglicht farbige Anlassmarkierungen und besonders saubere Kunststoffbeschriftung. Q-Switched-Laser erzeugen sehr kurze, intensive Pulse und eignen sich für tiefes Gravieren, bieten aber weniger Einstellmöglichkeiten.
Q03 Wie lange hält ein Faserlaser?
Hochwertige Faserlaserquellen erreichen oft eine Lebensdauer von weit über 80.000 Betriebsstunden. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von der Bauart, der Qualität der Komponenten, den Betriebsbedingungen und der Wartung ab – die Kühlung und der Zustand der Optik spielen dabei eine wichtige Rolle.

Bereit für Ihre Beschriftungslösung?

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Sie wissen noch nicht, welcher Beschriftungslaser zu Ihrer Anwendung passt? Schicken Sie uns ein Beispielteil ein – wir fertigen Ihnen daraus eine Musterbeschriftung und Sie sehen das Ergebnis vor der Kaufentscheidung.