Wozu dienen die Laserklassen?
Die Klasse ist mehr als eine technische Kennzahl, denn sie entscheidet im Alltag darüber, ob und wie Sie eine Maschine sicher betreiben dürfen. Ein niedrig eingestufter Laser kommt ohne besondere Vorkehrungen aus, während ein hoch eingestufter Laser eine geprüfte Umhausung, Sicherheitsschnittstellen und organisatorische Maßnahmen verlangt. Für die Praxis bedeutet das: Wer die Laserklasse seiner Anlage kennt, weiß auch, welche Pflichten und welcher Aufwand damit verbunden sind.
Laserklassen 1 bis 4 im Überblick
Klasse 1 gilt als ungefährlich. Selbst bei direktem Blick in den Strahl sind keine Schäden an Auge oder Haut zu erwarten, sodass keine besonderen Schutzmaßnahmen nötig sind. In diese Klasse fallen auch hochleistungsstarke Laser, deren Strahlung durch eine vollständige Umhausung sicher eingeschlossen ist.
Klasse 1M verhält sich grundsätzlich wie Klasse 1, kann aber gefährlich werden, wenn man mit optischen Instrumenten wie Lupen oder Ferngläsern in den Strahl blickt. Auf solche Hilfsmittel sollte man daher verzichten.
Klasse 2 umfasst Laser im sichtbaren Bereich zwischen 400 und 700 Nanometern mit einer Leistung bis etwa einem Milliwatt. Hier schützt der natürliche Lidschlussreflex das Auge, sofern man nicht bewusst und dauerhaft in den Strahl schaut.
Klasse 2M entspricht der Klasse 2, erhöht das Risiko jedoch beim Einsatz optischer Instrumente – auch hier gilt, dass Lupen und Ferngläser zu meiden sind.
Klasse 3R birgt ein geringes Risiko einer Augenschädigung bei direktem Blick in den Strahl. Die Leistung liegt je nach Wellenlänge typischerweise bei bis zu fünf Milliwatt, und ein längeres oder absichtliches Hineinschauen sollte vermieden werden.
Klasse 3B kann Auge und Haut bereits ernsthaft schädigen. Der direkte Kontakt mit dem Strahl oder mit reflektierter Strahlung ist zu vermeiden, denn die Leistung kann mehrere hundert Milliwatt erreichen.
Klasse 4 schließlich umfasst die leistungsstärksten Laser ohne obere Leistungsgrenze. Sie können sowohl direkt als auch über reflektierte Strahlung schwere Verletzungen an Auge und Haut verursachen und stellen damit die höchste Gefährdungsstufe dar. Industrielle Laserquellen für die Materialbearbeitung gehören in aller Regel in diese Klasse.
Was die Laserklasse für Ihren Beschriftungslaser bedeutet
In der industriellen Laserbeschriftung arbeiten Sie technisch fast immer mit einer Strahlquelle der Klasse 4. Entscheidend ist jedoch, wie diese Quelle in die Maschine eingebunden ist. Durch eine normgerechte Umhausung mit zertifizierter Laserschutzscheibe und überwachten Sicherheitsschnittstellen entsteht ein sicherer Arbeitsbereich der Laserklasse 1, in dem Sie ohne separaten Schutzraum und ohne Schutzbrille arbeiten können. Die Quelle selbst bleibt dabei formal Klasse 4 – sicher gemacht wird der Bereich, in dem Sie tatsächlich arbeiten.
Genau dieses Schutzkonzept setzen wir bei unseren umhausten Systemen um: Sowohl der Gravis als auch der großformatige GLX500 sind als vollständig umhauste Klasse-1-Systeme ausgeführt. Der kompakte Integra ist dagegen bewusst als offene Einheit der Laserklasse 4 konzipiert, die Maschinenbauer und Integratoren mit allen nötigen Sicherheitsschnittstellen in ihre eigene Schutzzelle oder Fertigungslinie einbinden.
Laserklasse beim Kauf eines Beschriftungslasers
Beim Kauf eines Lasers lohnt sich der Blick auf zwei Punkte. Zum einen sollte die Maschine die für Ihren Einsatz passende Klassifizierung erfüllen und alle einschlägigen Sicherheitsanforderungen einhalten. Zum anderen entscheidet die Qualität der Sicherheitstechnik darüber, wie zuverlässig die Maschine vor unbeabsichtigter Strahlung schützt. Welche Komponenten dabei zusammenspielen und was hinter Begriffen wie Interlock und aktiven Sicherheitsmaßnahmen steckt, erklären wir ausführlich auf unserer Seite zur Lasersicherheit.