Ohne CE-Kennzeichnung darf ein Produkt, das unter die EU-Harmonisierung fällt, nicht in Verkehr gebracht werden. Das weiß jeder Hersteller. Weniger bekannt ist, wie genau die Vorschrift regelt, wie das Zeichen aussehen und wie es angebracht sein muss. Ein Wort entscheidet über die Praxis: dauerhaft. Genau daran scheitern gedruckte Folien und Aufkleber, und genau deshalb lasern viele Hersteller die CE-Kennzeichnung direkt in das Bauteil oder das Typenschild.
Was die CE-Kennzeichnung rechtlich verlangt
Die Grundregeln stehen in Artikel 30 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008. Danach ist die CE-Kennzeichnung sichtbar, lesbar und dauerhaft auf dem Produkt oder seinem Typenschild anzubringen. Drei einfache Worte, die in der Fertigung mehr Gewicht haben, als sie auf den ersten Blick vermuten lassen.
Anbringen darf das Zeichen nur der Hersteller oder sein in der EU niedergelassener Bevollmächtigter. Mit der CE-Kennzeichnung übernimmt er die Verantwortung dafür, dass das Produkt alle geltenden Anforderungen erfüllt. Das Zeichen muss vor dem Inverkehrbringen am Produkt sein, nicht erst beim Kunden. Und es steht nur auf Produkten, für die eine EU-Vorschrift die CE-Kennzeichnung tatsächlich verlangt. Ein CE-Zeichen auf einem Produkt, das gar nicht darunter fällt, ist unzulässig.
Sichtbar, lesbar, dauerhaft: was jedes Wort bedeutet
Sichtbar meint, dass das Zeichen ohne Hilfsmittel erkennbar ist, an einer Stelle, die man findet. Lesbar bezieht sich auf Form und Größe: Die beiden Buchstaben müssen klar als CE-Kennzeichnung erkennbar bleiben.
Mindesthöhe und Proportionen
Die Verordnung nennt eine Mindesthöhe von 5 mm, sofern die für das Produkt einschlägige Harmonisierungsvorschrift nichts anderes festlegt. Diese Höhe sichert die Leserlichkeit. Wer das Zeichen kleiner setzt, riskiert im Zweifel eine Beanstandung. Ebenso wichtig sind die Proportionen. Das CE-Zeichen folgt einer festen Vorlage mit einem Raster, das die Form der Buchstaben bestimmt. Beim Vergrößern oder Verkleinern müssen diese Proportionen erhalten bleiben. Sie dürfen das Zeichen also nicht verzerren, um es in eine schmale Lücke zu quetschen.
Hier spielt der Laser seine Stärke aus. Das Zeichen kommt als Vektorvorlage in die Software und entsteht in jeder Größe maßhaltig und kantenscharf. Ob 5 oder 12 mm hoch, die Proportionen stimmen automatisch, und die Kanten bleiben sauber genug, dass auch ein Prüfer nichts zu beanstanden findet.
Dauerhaft ist das entscheidende Wort
Dauerhaft heißt, die CE-Kennzeichnung muss über die vorgesehene Lebensdauer des Produkts lesbar bleiben. Eine Maschine läuft oft zwei Jahrzehnte, ein Medizinprodukt durchläuft hunderte Reinigungszyklen, ein Bauteil im Motorraum steht unter Hitze und Vibration. Ein Zeichen, das nach drei Jahren blind ist, erfüllt die Anforderung nicht mehr, auch wenn es am ersten Tag perfekt aussah.
Wo die CE-Kennzeichnung hingehört
Der Regelfall ist das Produkt selbst oder sein Typenschild. Genau deshalb sammeln sich auf vielen Typenschildern mehrere Pflichtangaben an: Herstellername, Typ, Baujahr, Seriennummer und eben die CE-Kennzeichnung. Wie Sie so ein Typenschild dauerhaft gravieren, zeigen wir in einem eigenen Beitrag.
Lässt die Art oder Größe eines Produkts die Kennzeichnung am Bauteil nicht zu, dürfen Sie das Zeichen auf der Verpackung und in den Begleitunterlagen anbringen. Das ist die Ausnahme, nicht die bequeme Abkürzung. Solange Platz am Produkt ist, gehört das Zeichen dorthin, weil es dann mit dem Bauteil eine Einheit bildet und sich nicht mit der Verpackung entsorgen lässt.
Ist eine benannte Stelle in die Fertigungskontrolle eingebunden, folgt auf die CE-Kennzeichnung ihre vierstellige Kennnummer. Diese Zahl identifiziert die Prüfstelle. Steht keine Nummer daneben, hat der Hersteller die Konformität in Eigenverantwortung erklärt.
Warum Druck, Aufkleber und Prägung an Grenzen stoßen
Auf dem Papier ist ein aufgedrucktes CE-Zeichen schnell erledigt. Im Feld sieht die Sache anders aus. Bedruckte Folien verblassen unter UV-Licht, ihre Ränder lösen sich, Lösungsmittel bei der Reinigung greifen die Farbe an. Ein Aufkleber, der sich an einer Ecke hebt, ist der Anfang vom Ende. Und ein Ölfilm senkt den Kontrast, bis das Zeichen nur noch zu erahnen ist.
Für eine Angabe, die über die gesamte Lebensdauer lesbar bleiben soll, ist das ein Risiko. Ein CE-Zeichen, das im Reklamations- oder Prüffall nicht mehr lesbar ist, stellt nicht nur die Kennzeichnung in Frage. Es kann den Verdacht nähren, dass am Produkt insgesamt etwas nicht stimmt. Mechanische Prägung hält zwar länger, verzieht aber dünnes Blech und liefert bei glänzenden Oberflächen oft zu wenig Kontrast, damit das Zeichen sicher erkennbar bleibt.
CE-Kennzeichnung lasern, Material für Material
Die Lasermarkierung setzt das Zeichen nicht auf das Material, sondern in das Material. Bei Edelstahl erzeugt ein Faserlaser mit 1064 nm die dunkle Anlassmarkierung, ohne die Oberfläche zu verletzen, sodass die Korrosionsbeständigkeit erhalten bleibt. Mehr dazu steht im Beitrag über das Lasern von Edelstahl. Bei eloxiertem Aluminium bleicht der Laser die Deckschicht kontraststark auf, ein bewährtes Verfahren für langlebige Typenschilder. Auf blankem Aluminium oder Messing graviert der Faserlaser eine feine, dauerhafte Vertiefung.
Kunststoffgehäuse und Folientastaturen markieren Sie schonender mit dem UV-Laser bei 355 nm. Seine kurze Wellenlänge arbeitet den Kontrast fast ohne Wärmeeintrag heraus, was dünne Gehäuse und temperaturempfindliche Kunststoffe schont, wo ein Faserlaser zu viel Energie einbrächte. So entsteht ein sauberes, scharf begrenztes CE-Zeichen, das mit dem Bauteil altert und nicht schneller.
Der Vorteil geht über die Beständigkeit hinaus. Das Zeichen kommt in einem Arbeitsgang zusammen mit den übrigen Pflichtangaben auf das Bauteil, mit denselben scharfen Kanten und in gleichbleibender Qualität über die ganze Serie. Ändert sich das Typenschild, ändern Sie die Vorlage in der Software, nicht ein Werkzeug oder ein Druckklischee.
CE, Typenschild und die neue Maschinenverordnung
Die CE-Kennzeichnung steht selten allein. Auf einer Maschine sitzt sie gemeinsam mit den übrigen Angaben auf dem Typenschild, und mit der neuen Maschinenverordnung ab 2027 wandert dort oft noch ein QR- oder DataMatrix-Code hinzu, der zur digitalen Betriebsanleitung führt. In der Medizintechnik gehört das CE-Zeichen zur UDI-Kennzeichnung auf dem Produkt. Alle diese Angaben teilen dieselbe Anforderung: Sie müssen dauerhaft lesbar bleiben. Wer sie mit demselben Beschriftungslaser erzeugt, hält sie in einer Qualität und einer Vorlage zusammen.
Wer Typenschilder oder Bauteile in Serie kennzeichnet, fährt mit einem eigenen Beschriftungslaser meist besser, weil er Qualität, Termin und Rückverfolgbarkeit in der Hand behält. Unsere Systeme Gravis, Integra und GLX500 bringen Klarschrift, CE-Zeichen und Code in einem Durchlauf auf und legen die Parameter pro Bauteil ab. Welche Lösung zu Ihren Stückzahlen passt, klärt die Kaufberatung, oder Sie schildern uns Ihren Fall über das Kontaktformular.
Die Vorschrift verlangt die CE-Kennzeichnung sichtbar, lesbar und dauerhaft. Der Laser erfüllt alle drei Worte in einem Schritt, und zwar für die gesamte Lebensdauer des Produkts, nicht nur für den Tag der Auslieferung.