Seriennummern lasern heißt selten, immer denselben Text auf jedes Teil zu brennen. In der Serienfertigung ändert sich die Markierung von Bauteil zu Bauteil: eine fortlaufende Nummer, das Herstelldatum, ein Chargencode, dazu ein DataMatrix, der genau diese Angaben maschinenlesbar trägt. Diese variablen Daten müssen aus einer Quelle kommen, sauber hochzählen und ohne Lücke ins Programm laufen. Wie Sie das einrichten, ohne dass Nummern doppelt vergeben werden oder ein Neustart den Zähler zurücksetzt, zeigt dieser Beitrag.
Seriennummern lasern heißt variable Daten verwalten
Eine feste Beschriftung, etwa ein Logo oder eine Typbezeichnung, steht im Programm und bleibt gleich. Variable Daten dagegen sind Platzhalter, die die Software erst zum Zeitpunkt des Markierens füllt. Vier Arten kommen im Alltag am häufigsten vor:
- Fortlaufende Zähler für Serien- oder Bauteilnummern, die mit jedem Teil um eins steigen.
- Datum und Uhrzeit aus der Systemuhr, oft ergänzt um einen Schicht- oder Wochencode.
- Chargen- und Auftragsdaten, die pro Los gleich bleiben und beim Rüsten einmal gesetzt werden.
- Codes wie DataMatrix oder QR, die genau diese Informationen zusätzlich maschinenlesbar tragen.
Der Reiz liegt darin, dass Klarschrift und Code aus einem einzigen Datensatz entstehen. Der Bediener tippt nichts ab, und die Nummer unter dem Code stimmt zwangsläufig mit dem Code überein.
Woher die Daten kommen
Bevor Sie ein Programm anlegen, klären Sie die Quelle. Danach richtet sich, wie viel Handarbeit bleibt und wie sicher der Prozess läuft.
Fortlaufende Zähler für Seriennummern
Der Zähler ist die einfachste Form. Sie legen Startwert, Schrittweite und Stellenzahl fest, zum Beispiel Start 1000, Schritt 1, sechsstellig mit führenden Nullen, also 001000, 001001, 001002. Wichtig ist, dass der Zählerstand die Maschine überlebt: Er muss dauerhaft gespeichert werden, damit nach Feierabend oder Stromausfall nicht wieder bei null begonnen wird. Gute Markiersoftware schreibt den Stand nach jedem Teil weg. Verschachtelte Zähler, die etwa nach 9999 eine Vorstelle hochziehen oder pro Tag zurücksetzen, gehören ebenfalls zum Standard.
Datum, Uhrzeit und Schichtcode
Datum und Uhrzeit zieht die Software aus der Systemuhr. Praktisch wird es durch die Formatierung: Sie entscheiden, ob Tag, Monat, Jahr, Kalenderwoche oder ein julianisches Datum erscheinen, und ob eine Schicht als Buchstabe codiert wird. Viele Hersteller verschlüsseln das Herstelldatum bewusst, damit es nicht offen lesbar ist, im Reklamationsfall aber eindeutig auflösbar bleibt. Achten Sie auf den Schichtwechsel: Ein Datumsumbruch um Mitternacht mitten in der Nachtschicht führt sonst zu Sprüngen, die später niemand mehr erklären kann.
Aus Datei, Datenbank oder ERP
Sobald Nummern nicht einfach hochzählen, sondern vorgegeben sind, kommt eine externe Quelle ins Spiel. Das kann eine CSV- oder Textdatei sein, aus der die Software Zeile für Zeile liest, oder eine direkte Anbindung an eine Datenbank, ein ERP- oder ein MES-System per SQL oder Schnittstelle. So markieren Sie zum Beispiel Nummern, die die Fertigungssteuerung vergibt, oder Sie quittieren jede vergebene Nummer zurück ins System. Für die Rückverfolgbarkeit in Medizintechnik und Automotive ist dieser Rückkanal oft der eigentliche Kern: Erst die Rückmeldung, dass ein bestimmtes Teil mit einer bestimmten Nummer markiert wurde, schließt die Kette.
Klarschrift und DataMatrix aus einer Quelle
Der häufigste Fehler bei der Kennzeichnung ist ein Code, der etwas anderes sagt als die Zahl darunter. Verknüpfen Sie deshalb Klarschrift und DataMatrix mit demselben variablen Feld. Ändert der Zähler seinen Wert, ändern sich beide gemeinsam. Beim DataMatrix füllen Sie den Codeinhalt meist nach einem festen Aufbau, etwa Hersteller, Teilenummer, Seriennummer und Datum in definierten Datenfeldern. Wie groß der Code werden muss und wie viel Kontrast er braucht, hängt vom Material und vom späteren Lesegerät ab. Über die Lesbarkeit entscheiden die Zellgröße, die Ruhezone am Rand und ein sauberer Kontrast, nicht die reine Auflösung.
Variable Beschriftung einrichten: Schritt für Schritt
So gehen Sie beim Anlegen eines Programms vor:
- Layout fest aufbauen. Setzen Sie zuerst die unveränderlichen Elemente, also Logo, Rahmen und Typbezeichnung, an ihre Position.
- Variable Felder einfügen. Ergänzen Sie Zähler, Datum und Codefeld als Platzhalter, nicht als getippten Text.
- Quelle und Format zuweisen. Legen Sie je Feld fest, woher der Wert kommt (Zähler, Systemzeit, Datei, Datenbank) und wie er formatiert wird, samt Stellenzahl und führenden Nullen.
- Code an dieselbe Quelle binden. Verknüpfen Sie den DataMatrix mit denselben Feldern, damit Klarschrift und Code niemals auseinanderlaufen.
- Parameter je Feld setzen. Kleine Codes und feine Ziffern brauchen oft andere Werte als eine Fläche. Wie Sie diese finden, steht in der Anleitung zu den Laserparametern.
- Probelauf und Verifikation. Markieren Sie mehrere Teile in Folge, prüfen Sie den Zählerfortschritt und lesen Sie die Codes mit dem echten Scanner. Erst dann geht das Programm in Serie.
Der wichtige Punkt ist Schritt sechs. Ein Zähler, der auf dem Bildschirm hochzählt, sagt noch nichts darüber, ob der gebrannte Code auch lesbar ist.
In die Linie integrieren: Trigger, SPS und Read-after-write
Bei der Handbeschickung reicht ein Startknopf pro Teil. In der automatisierten Fertigung übernimmt eine SPS den Takt: Sie meldet, dass das Teil in Position ist, der Laser markiert, quittiert die Fertigstellung und gibt das Teil frei. Unsere Systeme Integra und GLX500 bringen dafür die nötigen Schnittstellen mit, sodass sich der Beschriftungsschritt in Roboterzellen und Linien einfügt.
Für sichere Rückverfolgbarkeit gehört ein Leseschritt dazu. Beim Read-after-write liest ein Scanner den frisch markierten Code sofort wieder ein und vergleicht ihn mit dem Sollwert. Stimmt etwas nicht, wird das Teil ausgeschleust, bevor es weiterläuft. So merken Sie einen schlecht lesbaren oder falschen Code in der eigenen Linie, nicht erst beim Kunden. Für die kommende Maschinenverordnung und andere Kennzeichnungspflichten ist dieser Nachweis viel wert.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Zähler springt nach Neustart auf null: Der Stand wird nicht dauerhaft gespeichert. Persistenten Zähler aktivieren und den letzten Wert nach jedem Teil sichern.
- Doppelte oder übersprungene Nummern: Meist ein Problem an der Schnittstelle, wenn ein Teil markiert, aber nicht quittiert wird. Handshake mit der SPS sauber definieren, im Zweifel mit Rückmeldung an die Datenquelle.
- Führende Nullen fehlen: 42 statt 000042. Feste Stellenzahl im Format erzwingen, sonst passt die Nummer später nicht in Datenbank oder Etikett.
- Datumsumbruch mitten in der Schicht: Wechselt das Datum um Mitternacht, driften Teile derselben Nachtschicht auseinander. Schichtlogik statt reinem Kalendertag verwenden.
- DataMatrix unlesbar trotz sauberer Ziffern: Ruhezone zu knapp, Zellen zu klein oder Kontrast zu schwach. Codegröße am Lesegerät ausrichten und immer mit dem echten Scanner prüfen, nicht mit dem Handy.
- Zeichen laufen aus dem Feld: Eine Nummer wird länger als geplant und überschreibt das Nachbarfeld. Platz für die maximale Stellenzahl von Anfang an vorsehen.
Vom Musterteil zum sicheren Serienprozess
Variable Beschriftung ist zum größten Teil Vorbereitung und nur zu einem kleinen Teil Lasern. Wenn Quelle, Format und Verifikation einmal stehen, schrumpft die tägliche Bedienung auf Teil auflegen und starten, der Rest passiert von selbst. Schicken Sie uns Ihr Bauteil und Ihre Anforderung an Nummernkreis, Code und Anbindung, dann richten wir den Prozess auf Ihrem Material ein und liefern ein beschriftetes Muster zurück. Sprechen Sie uns an, wir zeigen Ihnen die passende Konfiguration für Ihre Serie.