Zum Inhalt springen

Wissen · Kaufberatung

Lohnbeschriftung oder eigener Beschriftungslaser: Wann sich die Anschaffung rechnet

Kleine Serien schnell außer Haus geben oder selbst in die Maschine investieren? Die Frage stellt sich in fast jeder Fertigung, sobald Bauteile eine dauerhafte Kennzeichnung brauchen. Wir zeigen, ab welcher Stückzahl sich ein eigener Beschriftungslaser rechnet – und wie Sie die Amortisation für Ihren Fall sauber durchrechnen.

Auf einen Blick

  • Lohnbeschriftung passt zu kleinen, unregelmäßigen Mengen und Prototypen
  • Ein eigener Laser lohnt sich ab regelmäßigem Serienbedarf
  • Break-even = Maschinenkosten geteilt durch Ersparnis pro Teil
  • Faserlaser sind wartungsarm – die Stückkosten intern sind sehr niedrig
  • Durchlaufzeit, Flexibilität und Rückverfolgbarkeit zählen mit

Lohnbeschriftung oder eigener Beschriftungslaser: die Grundfrage

Sobald Bauteile ein Typenschild, einen Data-Matrix-Code oder eine Seriennummer tragen sollen, stehen Sie vor einer klassischen Make-or-Buy-Entscheidung: Lohnbeschriftung oder eigener Beschriftungslaser? Beide Wege führen zum Ziel, aber sie unterscheiden sich in Kosten, Durchlaufzeit und Flexibilität – und die richtige Antwort hängt vor allem an Ihrer Stückzahl und daran, wie regelmäßig sie anfällt.

Wir bauen Beschriftungslaser und bieten gleichzeitig einen Lohnbeschriftungsservice an. Deshalb raten wir nicht pauschal zur Maschine, sondern rechnen mit Ihnen ehrlich durch, was sich für Ihren Fall lohnt. Dieser Beitrag liefert dafür den Rahmen.

Wann Lohnbeschriftung die richtige Wahl ist

Die Lohnbeschriftung spielt ihre Stärken bei kleinen und unregelmäßigen Mengen aus. Sie zahlen nur für die Teile, die tatsächlich anfallen, und binden kein Kapital in einer Maschine, die den größten Teil des Jahres stillsteht. Typische Fälle:

  • Prototypen und Erstmuster, bei denen es auf ein Ergebnis in der Hand ankommt, nicht auf Serientempo.
  • Sporadischer Bedarf, etwa ein paar hundert Typenschilder im Jahr, verteilt auf mehrere Aufträge.
  • Sondermaterialien, die Sie sonst nur ein einziges Mal bearbeiten würden – Titan, Hartmetall oder beschichtete Oberflächen.
  • Kein eigenes Know-how oder kein Platz in der Fertigung, um eine Anlage sinnvoll zu betreiben.

Der Preis setzt sich in der Regel aus einer einmaligen Einrichtgebühr pro Auftrag und einem Stückpreis zusammen. Bei kleinen Losen dominiert das Rüsten, bei größeren Losen sinkt der Preis pro Teil spürbar. Genau an diesem Punkt beginnt die eigene Maschine interessant zu werden.

Wann sich ein eigener Beschriftungslaser rechnet

Kippt der Bedarf ins Regelmäßige – gleiche Teile, Woche für Woche, in wachsender Menge –, dreht sich die Rechnung. Ein eigener Beschriftungslaser kostet in der Anschaffung Geld, danach aber pro Teil fast nichts mehr. Ein Faserlaser ist wartungsarm, braucht keine Verbrauchsmaterialien und ist mit einer Laserquelle für bis zu 80.000 Betriebsstunden auf Dauerbetrieb ausgelegt.

Dazu kommen Vorteile, die sich nicht sofort in einer Kostenzeile zeigen: Sie beschriften dann, wenn es der Fertigungsfluss verlangt, statt auf einen Dienstleister zu warten. Sie halten Ihre Werkstücke im Haus – wichtig bei sensiblen Bauteilen oder eng getakteter Rückverfolgbarkeit. Und Sie ändern ein Layout in Minuten selbst, statt für jede Anpassung einen neuen Auftrag auszulösen.

Die Rechnung: Break-even und Amortisation

Ob sich die Investition lohnt, lässt sich auf eine einfache Formel bringen. Sie brauchen dafür drei Zahlen: den Maschinenpreis, den Preis pro Teil bei Lohnbeschriftung und Ihre internen Stückkosten mit eigener Anlage.

Break-even-Stückzahl = Maschinenpreis ÷ (Lohnpreis je Teil − interne Stückkosten je Teil)

Was kostet die eigene Maschine?

Unser kompaktes Integrationsgerät Integra startet ab 12.500 € netto, der voll umhauste Gravis für kleine bis mittlere Serien ab 18.800 € netto. Die laufenden Kosten bleiben überschaubar: Ein Faserlaser zieht meist unter 1,5 kW, verbraucht keine Gase oder Farben und kommt ohne regelmäßigen Werkzeugwechsel aus. Rechnen Sie neben der Abschreibung vor allem etwas Strom und die Bedienzeit ein – die reinen Stückkosten liegen dadurch oft im Cent-Bereich. Was den Anschaffungspreis im Einzelnen bestimmt, lesen Sie unter Beschriftungslaser – Preis & Angebot.

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir ein einfaches Szenario: Sie beschriften Edelstahl-Typenschilder, die Lohnbeschriftung kostet inklusive anteiligem Rüsten rund 1,60 € pro Teil, intern kommen Sie auf etwa 0,10 € pro Teil für Strom und Handling. Die Ersparnis beträgt also 1,50 € je Teil. Bei einer Integra für 12.500 € netto ergibt das:

12.500 € ÷ 1,50 € ≈ 8.300 Teile bis zum Break-even.

Fallen bei Ihnen 800 solcher Teile im Jahr an, amortisiert sich die Maschine nach gut zehn Jahren – hier bleibt Lohnbeschriftung klar günstiger. Liegen Sie bei 8.000 Teilen im Jahr, ist der Break-even nach rund zwölf Monaten erreicht, und jedes weitere Jahr spart bares Geld. Die Zahlen sind ein Beispiel; setzen Sie Ihre eigenen ein, und die Entscheidung wird eindeutig.

Mehr als nur der Stückpreis

Eine reine Kostenrechnung greift oft zu kurz. Vier Faktoren verschieben die Entscheidung regelmäßig zugunsten der eigenen Maschine, lange bevor der rechnerische Break-even erreicht ist:

  • Durchlaufzeit: Kein Versand, keine Wartezeit beim Dienstleister – die Kennzeichnung passiert in der Linie.
  • Flexibilität: Layout, Seriennummer oder Code ändern Sie selbst, auch kurzfristig.
  • Rückverfolgbarkeit: Bei UDI, Automotive-Traceability oder Chargenkennzeichnung bleibt der Prozess unter Ihrer Kontrolle.
  • Geheimhaltung: Sensible Bauteile verlassen das Haus nicht.

Umgekehrt bleibt die Lohnbeschriftung der richtige Weg, solange die Mengen klein oder unvorhersehbar sind, oder wenn Sie eine neue Anwendung erst erproben, bevor Sie investieren.

Fazit: rechnen, nicht raten

Die Entscheidung zwischen Lohnbeschriftung und eigenem Beschriftungslaser ist keine Glaubensfrage, sondern eine Rechenaufgabe mit drei Zahlen. Kleine, unregelmäßige Mengen geben Sie günstiger außer Haus; regelmäßige Serien beschriften Sie mit einer eigenen Anlage schnell wirtschaftlicher – und flexibler dazu. Ein gangbarer Mittelweg ist die Kombination: Serie im Haus, Spitzen und Sonderfälle in die Lohnbeschriftung.

Sie sind unsicher, auf welcher Seite der Rechnung Sie stehen? Schicken Sie uns ein Musterteil und Ihre geplante Jahresmenge. Wir fertigen Ihnen daraus eine kostenlose Musterbeschriftung, nennen Ihnen den Lohnpreis pro Teil und rechnen die Amortisation einer eigenen Maschine gegen – ehrlich und ohne Verkaufsdruck. Nehmen Sie einfach Kontakt auf.

FAQ

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten kompakt zusammengefasst.

Q01 Ab welcher Stückzahl lohnt sich ein eigener Beschriftungslaser?
Eine feste Grenze gibt es nicht – entscheidend ist die Ersparnis pro Teil. Als Faustregel: Teilen Sie den Maschinenpreis durch die Differenz zwischen dem Lohnpreis pro Teil und Ihren internen Stückkosten. Bei einem Gerät ab rund 12.500 € netto und etwa 1,50 € Ersparnis je Teil liegt der Break-even bei ungefähr 8.000 bis 10.000 Teilen. Wer diese Menge pro Jahr regelmäßig erreicht, fährt mit einer eigenen Maschine meist günstiger.
Q02 Was kostet Lohnbeschriftung pro Teil?
Das hängt von Material, Motiv, Losgröße und Rüstaufwand ab. Üblich ist eine Kombination aus einer einmaligen Einrichtgebühr pro Auftrag und einem Stückpreis, der bei größeren Losen deutlich sinkt. Für eine belastbare Zahl schicken Sie am besten ein Musterteil und Ihre geplante Jahresmenge – daraus lässt sich der Preis pro Teil sauber ableiten.
Q03 Wie hoch sind die Betriebskosten eines eigenen Beschriftungslasers?
Ein Faserlaser ist wartungsarm und braucht keine Verbrauchsmaterialien wie Gase oder Farben. Die Laserquelle ist auf bis zu 80.000 Betriebsstunden ausgelegt. In der Praxis fallen vor allem Strom (meist unter 1,5 kW Anschlussleistung), etwas Bediener­zeit und die Abschreibung an. Die reinen Stückkosten liegen dadurch oft im Cent-Bereich.
Q04 Kann ich beides kombinieren?
Ja, und das ist häufig der pragmatischste Weg. Viele Betriebe geben Auftragsspitzen, Sondermaterialien oder Prototypen weiter in die Lohnbeschriftung und decken die laufende Serie mit der eigenen Maschine ab. So bleiben Sie flexibel, ohne die Kapazität der eigenen Anlage zu überlasten.

Bereit für Ihre Beschriftungslösung?

Wir beraten Sie persönlich, kostenfrei und unverbindlich

Sie wissen noch nicht, welcher Beschriftungslaser zu Ihrer Anwendung passt? Schicken Sie uns ein Beispielteil ein, wir fertigen Ihnen daraus eine Musterbeschriftung und Sie sehen das Ergebnis vor der Kaufentscheidung.