Lohnbeschriftung oder eigener Beschriftungslaser: die Grundfrage
Sobald Bauteile ein Typenschild, einen Data-Matrix-Code oder eine Seriennummer tragen sollen, stehen Sie vor einer klassischen Make-or-Buy-Entscheidung: Lohnbeschriftung oder eigener Beschriftungslaser? Beide Wege führen zum Ziel, aber sie unterscheiden sich in Kosten, Durchlaufzeit und Flexibilität – und die richtige Antwort hängt vor allem an Ihrer Stückzahl und daran, wie regelmäßig sie anfällt.
Wir bauen Beschriftungslaser und bieten gleichzeitig einen Lohnbeschriftungsservice an. Deshalb raten wir nicht pauschal zur Maschine, sondern rechnen mit Ihnen ehrlich durch, was sich für Ihren Fall lohnt. Dieser Beitrag liefert dafür den Rahmen.
Wann Lohnbeschriftung die richtige Wahl ist
Die Lohnbeschriftung spielt ihre Stärken bei kleinen und unregelmäßigen Mengen aus. Sie zahlen nur für die Teile, die tatsächlich anfallen, und binden kein Kapital in einer Maschine, die den größten Teil des Jahres stillsteht. Typische Fälle:
- Prototypen und Erstmuster, bei denen es auf ein Ergebnis in der Hand ankommt, nicht auf Serientempo.
- Sporadischer Bedarf, etwa ein paar hundert Typenschilder im Jahr, verteilt auf mehrere Aufträge.
- Sondermaterialien, die Sie sonst nur ein einziges Mal bearbeiten würden – Titan, Hartmetall oder beschichtete Oberflächen.
- Kein eigenes Know-how oder kein Platz in der Fertigung, um eine Anlage sinnvoll zu betreiben.
Der Preis setzt sich in der Regel aus einer einmaligen Einrichtgebühr pro Auftrag und einem Stückpreis zusammen. Bei kleinen Losen dominiert das Rüsten, bei größeren Losen sinkt der Preis pro Teil spürbar. Genau an diesem Punkt beginnt die eigene Maschine interessant zu werden.
Wann sich ein eigener Beschriftungslaser rechnet
Kippt der Bedarf ins Regelmäßige – gleiche Teile, Woche für Woche, in wachsender Menge –, dreht sich die Rechnung. Ein eigener Beschriftungslaser kostet in der Anschaffung Geld, danach aber pro Teil fast nichts mehr. Ein Faserlaser ist wartungsarm, braucht keine Verbrauchsmaterialien und ist mit einer Laserquelle für bis zu 80.000 Betriebsstunden auf Dauerbetrieb ausgelegt.
Dazu kommen Vorteile, die sich nicht sofort in einer Kostenzeile zeigen: Sie beschriften dann, wenn es der Fertigungsfluss verlangt, statt auf einen Dienstleister zu warten. Sie halten Ihre Werkstücke im Haus – wichtig bei sensiblen Bauteilen oder eng getakteter Rückverfolgbarkeit. Und Sie ändern ein Layout in Minuten selbst, statt für jede Anpassung einen neuen Auftrag auszulösen.
Die Rechnung: Break-even und Amortisation
Ob sich die Investition lohnt, lässt sich auf eine einfache Formel bringen. Sie brauchen dafür drei Zahlen: den Maschinenpreis, den Preis pro Teil bei Lohnbeschriftung und Ihre internen Stückkosten mit eigener Anlage.
Break-even-Stückzahl = Maschinenpreis ÷ (Lohnpreis je Teil − interne Stückkosten je Teil)
Was kostet die eigene Maschine?
Unser kompaktes Integrationsgerät Integra startet ab 12.500 € netto, der voll umhauste Gravis für kleine bis mittlere Serien ab 18.800 € netto. Die laufenden Kosten bleiben überschaubar: Ein Faserlaser zieht meist unter 1,5 kW, verbraucht keine Gase oder Farben und kommt ohne regelmäßigen Werkzeugwechsel aus. Rechnen Sie neben der Abschreibung vor allem etwas Strom und die Bedienzeit ein – die reinen Stückkosten liegen dadurch oft im Cent-Bereich. Was den Anschaffungspreis im Einzelnen bestimmt, lesen Sie unter Beschriftungslaser – Preis & Angebot.
Ein Rechenbeispiel
Nehmen wir ein einfaches Szenario: Sie beschriften Edelstahl-Typenschilder, die Lohnbeschriftung kostet inklusive anteiligem Rüsten rund 1,60 € pro Teil, intern kommen Sie auf etwa 0,10 € pro Teil für Strom und Handling. Die Ersparnis beträgt also 1,50 € je Teil. Bei einer Integra für 12.500 € netto ergibt das:
12.500 € ÷ 1,50 € ≈ 8.300 Teile bis zum Break-even.
Fallen bei Ihnen 800 solcher Teile im Jahr an, amortisiert sich die Maschine nach gut zehn Jahren – hier bleibt Lohnbeschriftung klar günstiger. Liegen Sie bei 8.000 Teilen im Jahr, ist der Break-even nach rund zwölf Monaten erreicht, und jedes weitere Jahr spart bares Geld. Die Zahlen sind ein Beispiel; setzen Sie Ihre eigenen ein, und die Entscheidung wird eindeutig.
Mehr als nur der Stückpreis
Eine reine Kostenrechnung greift oft zu kurz. Vier Faktoren verschieben die Entscheidung regelmäßig zugunsten der eigenen Maschine, lange bevor der rechnerische Break-even erreicht ist:
- Durchlaufzeit: Kein Versand, keine Wartezeit beim Dienstleister – die Kennzeichnung passiert in der Linie.
- Flexibilität: Layout, Seriennummer oder Code ändern Sie selbst, auch kurzfristig.
- Rückverfolgbarkeit: Bei UDI, Automotive-Traceability oder Chargenkennzeichnung bleibt der Prozess unter Ihrer Kontrolle.
- Geheimhaltung: Sensible Bauteile verlassen das Haus nicht.
Umgekehrt bleibt die Lohnbeschriftung der richtige Weg, solange die Mengen klein oder unvorhersehbar sind, oder wenn Sie eine neue Anwendung erst erproben, bevor Sie investieren.
Fazit: rechnen, nicht raten
Die Entscheidung zwischen Lohnbeschriftung und eigenem Beschriftungslaser ist keine Glaubensfrage, sondern eine Rechenaufgabe mit drei Zahlen. Kleine, unregelmäßige Mengen geben Sie günstiger außer Haus; regelmäßige Serien beschriften Sie mit einer eigenen Anlage schnell wirtschaftlicher – und flexibler dazu. Ein gangbarer Mittelweg ist die Kombination: Serie im Haus, Spitzen und Sonderfälle in die Lohnbeschriftung.
Sie sind unsicher, auf welcher Seite der Rechnung Sie stehen? Schicken Sie uns ein Musterteil und Ihre geplante Jahresmenge. Wir fertigen Ihnen daraus eine kostenlose Musterbeschriftung, nennen Ihnen den Lohnpreis pro Teil und rechnen die Amortisation einer eigenen Maschine gegen – ehrlich und ohne Verkaufsdruck. Nehmen Sie einfach Kontakt auf.