Fast jedes Elektro- und Elektronikgerät trägt es: das kleine Symbol mit der durchgestrichenen Mülltonne. Es sagt dem Nutzer, dass das Gerät nicht in den Hausmüll gehört, sondern getrennt gesammelt wird. Hinter dem Zeichen steht eine europäische Vorschrift, und sie stellt eine Anforderung, an der einfache Etiketten im Alltag scheitern: Die WEEE-Kennzeichnung muss dauerhaft am Gerät bleiben. Genau deshalb lasern viele Hersteller das Symbol direkt in das Gehäuse, statt es aufzukleben.
Was hinter der WEEE-Kennzeichnung steht
WEEE steht für Waste Electrical and Electronic Equipment, also Elektro- und Elektronik-Altgeräte. Die Grundlage ist die europäische WEEE-Richtlinie 2012/19/EU, die frühere Fassungen abgelöst hat. In Deutschland setzt das Elektro- und Elektronikgerätegesetz, kurz ElektroG, diese Vorgaben um. Das Ziel ist die getrennte Sammlung und Verwertung, damit Schadstoffe nicht im Restmüll landen und Rohstoffe zurück in den Kreislauf gehen.
Für den Hersteller heißt das zweierlei. Erstens muss jedes betroffene Gerät das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne tragen. Zweitens muss sich das Gerät eindeutig seinem Inverkehrbringer zuordnen lassen, also eine Herstellerkennzeichnung tragen. Beides gehört auf das Produkt selbst, nicht nur auf den Karton.
Das Symbol und was die Norm dazu sagt
Wie das Zeichen genau aussieht, regelt die Norm EN 50419. Sie beschreibt die durchgestrichene Mülltonne und legt fest, dass das Symbol deutlich sichtbar, lesbar und unverwischbar angebracht sein muss. Die Größe richtet sich nach dem Gerät: Die Norm skaliert das Symbol mit den Abmessungen und setzt ein Mindestmaß, damit es auch auf kleinen Geräten klar erkennbar bleibt. Konkrete Zahlen hängen vom Fall ab, das Prinzip bleibt gleich, lieber etwas größer und eindeutig als knapp an der Grenze.
Der Balken unter der Tonne
Unter dem Symbol sitzt bei vielen Geräten ein waagerechter Balken. Er ist kein Designelement, sondern eine Datumsangabe in kompakter Form. Der Balken zeigt, dass das Gerät nach dem 13. August 2005 in Verkehr gebracht wurde, dem Stichtag, ab dem die Herstellerverantwortung für die Entsorgung greift. Fehlt der Balken, kann alternativ ein Datum die gleiche Aussage treffen. Wer das Symbol als fertige Vektorvorlage in die Lasersoftware legt, hat den Balken einmal korrekt angelegt und danach in jeder Serie identisch dabei.
Die Herstellerkennzeichnung
Neben dem Mülltonnen-Symbol verlangt die Vorschrift, dass sich das Gerät eindeutig seinem Hersteller zuordnen lässt. In der Praxis geschieht das über einen Namen, eine Marke oder eine registrierte Kennung, oft zusammen mit Typ und Seriennummer. Diese Angaben teilen dieselbe Anforderung wie das Symbol: Sie müssen lesbar bleiben, solange das Gerät im Umlauf ist. Ein Laser bringt Symbol, Herstellername und Seriennummer in einem Arbeitsgang auf, mit gleichbleibender Qualität über die ganze Charge.
Dauerhaft ist das Wort, an dem Aufkleber scheitern
Auf dem Papier ist ein aufgedrucktes Symbol schnell erledigt. Im Feld sieht die Sache anders aus. Elektrogeräte stehen in Werkstätten, Küchen, Laboren oder im Außengehäuse. Sie werden gereinigt, angefasst, transportiert und altern über Jahre. Ein Aufkleber, der sich an einer Ecke hebt, ist der Anfang vom Ende. Bedruckte Folien verblassen unter UV-Licht, Reinigungsmittel greifen die Farbe an, und Handschweiß oder Öl senken den Kontrast, bis das Symbol nur noch zu erahnen ist.
Für eine Angabe, die über die gesamte Nutzungsdauer lesbar bleiben soll, ist das ein Risiko. Kommt bei einer Marktkontrolle ein Gerät ohne erkennbares Symbol auf den Tisch, hilft es wenig, dass das Etikett am Auslieferungstag einwandfrei aussah. Die Lasermarkierung setzt das Zeichen nicht auf das Material, sondern in das Material. Es lässt sich nicht ablösen und altert mit dem Gehäuse, nicht schneller.
WEEE-Kennzeichnung lasern, je nach Material
Welcher Laser passt, hängt vom Gehäuse ab, und die meisten Elektrogeräte bestehen aus Kunststoff oder Metall.
Kunststoffgehäuse markieren Sie am besten mit einem UV-Laser bei 355 nm. Seine kurze Wellenlänge arbeitet den Kontrast fast ohne Wärmeeintrag heraus, was dünne Gehäuse und temperaturempfindliche Kunststoffe wie ABS, PC oder PA schont. Das Symbol entsteht scharf begrenzt, hell auf dunklem oder dunkel auf hellem Kunststoff, je nach Material. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der Beitrag über das Beschriften von Kunststoff mit dem UV-Laser.
Metallgehäuse und Typenschilder aus Edelstahl oder Aluminium beschriftet der Faserlaser mit 1064 nm. Auf Edelstahl erzeugt er die dunkle Anlassmarkierung, ohne die Oberfläche zu verletzen, sodass die Korrosionsbeständigkeit erhalten bleibt. Mehr dazu steht im Beitrag über das Lasern von Edelstahl. Auf eloxiertem Aluminium bleicht der Laser die Deckschicht kontraststark auf, ein bewährtes Verfahren für langlebige Schilder. In beiden Fällen ist das Ergebnis so beständig wie das Gerät selbst.
Auch die Elektronik im Inneren lässt sich kennzeichnen, ohne Bauteile zu gefährden. Wie der Laser Leiterplatten kalt markiert, ohne Hitzeschaden an empfindlichen Bauelementen, behandeln wir gesondert.
Kleine Geräte, wenig Platz
Nicht jedes Gerät bietet Fläche für ein gut lesbares Symbol. Ein Ohrhörer, ein Sensor oder ein Steckmodul hat schlicht zu wenig Raum. Für solche Fälle erlaubt die Vorschrift, das Symbol auf der Verpackung, in der Gebrauchsanweisung und auf dem Garantieschein anzubringen, sofern Größe oder Funktion des Geräts die Kennzeichnung am Produkt nicht zulassen. Das ist die Ausnahme, nicht die bequeme Abkürzung. Solange Platz am Gehäuse ist, gehört das Zeichen dorthin, weil es dann mit dem Gerät eine Einheit bildet. Und genau hier hilft der Laser: Er setzt auch auf wenigen Quadratmillimetern ein sauberes, scharf begrenztes Symbol, wo für ein Etikett kein Platz mehr wäre.
WEEE, CE und Typenschild in einem Arbeitsgang
Die WEEE-Kennzeichnung steht selten allein. Auf demselben Gehäuse sitzen die CE-Kennzeichnung, der Herstellername, Typ und Seriennummer, oft dazu ein maschinenlesbarer Code. Alle diese Angaben teilen dieselbe Anforderung: Sie müssen dauerhaft lesbar bleiben. Wer sie mit demselben Beschriftungslaser erzeugt, hält sie in einer Qualität und einer Vorlage zusammen, statt Etiketten zu bestellen, zu lagern und aufzukleben.
Wer Elektrogeräte in Serie kennzeichnet, fährt mit einem eigenen Beschriftungslaser meist besser, weil er Qualität, Termin und Rückverfolgbarkeit in der Hand behält. Für Kunststoffgehäuse eignet sich der UV-Laser, etwa in den Systemen Gravis und Integra, für Metallgehäuse und Typenschilder der Faserlaser derselben Baureihen. Welche Lösung zu Ihren Stückzahlen passt, klärt die Kaufberatung, oder Sie schildern uns Ihren Fall über das Kontaktformular.
Das kleine Symbol mit der durchgestrichenen Mülltonne wirkt nebensächlich, bis es fehlt oder unlesbar ist. Der Laser sorgt dafür, dass es so lange am Gerät bleibt wie das Gerät selbst, und das ist genau der Punkt, den die Vorschrift meint.