Grafik für die Laserbeschriftung vorbereiten heißt: die Vorlage so aufbauen, dass die Maschine sie ohne Umwege in Licht umsetzt. In der Praxis scheitern saubere Ergebnisse selten am Laser und oft an der Datei. Ein Logo als kleines JPG, Text in einem Font, den der Steuerrechner nicht kennt, ein QR-Code als Screenshot: solche Vorlagen sehen am Bildschirm brauchbar aus und brechen an der Maschine auseinander. Wer die Datei richtig anlegt, spart sich das Nacharbeiten und bekommt bei jedem Teil dasselbe Markierbild.
Vektor schlägt Pixel
Die wichtigste Entscheidung fällt beim Dateityp. Eine Vektorgrafik beschreibt Linien, Kurven und Flächen als mathematische Pfade. Der Galvo-Scanner setzt genau das um: Er führt den Fokuspunkt entlang dieser Pfade, zieht Konturen als Linien und füllt Flächen mit einem Schraffurmuster. Kanten bleiben dabei bei jeder Größe scharf.
Eine Rastergrafik dagegen besteht aus Pixeln. Vergrößern Sie ein kleines PNG, wird die Kante zur Treppe, und aus einem feinen Schriftzug wird ein ausgefranster Fleck. Für Text, Logos, Konturen und Codes führt deshalb kein Weg an Vektordaten vorbei. Raster hat seine Berechtigung nur dort, wo es wirklich um Grautöne geht, etwa bei einer Fotogravur.
Die richtigen Dateiformate
Gut geeignet für den Laser sind Vektorformate, die Geometrie verlustfrei transportieren:
- SVG und DXF: offen, weit verbreitet, ideal für Konturen und technische Zeichnungen. DXF kommt meist direkt aus dem CAD.
- AI, EPS und PDF mit echtem Vektorinhalt: der Standard aus Illustrator, CorelDRAW oder Inkscape. Achten Sie darauf, dass im PDF wirklich Vektoren stecken und nicht nur ein eingebettetes Foto.
- PLT: das klassische Plotter-Format, das ältere Markiersoftware zuverlässig frisst.
Rasterformate wie PNG, BMP, TIFF oder JPG gehören nur an die Maschine, wenn Sie eine Graustufengravur planen. Dann gilt: mindestens 300 dpi bezogen auf die reale Markiergröße, kein nachträgliches Hochskalieren, und bei JPG die Kompression niedrig halten, damit keine Artefakte an den Kanten entstehen. Ein 200 Pixel breites Logo aus einer Website lässt sich nicht retten, egal in welchem Format Sie es speichern.
Schrift immer in Kurven wandeln
Das ist der Fehler, der am häufigsten Ausschuss produziert. Solange Text als Schrift vorliegt, braucht die Lasersoftware die passende Schriftart auf dem Steuerrechner. Ist sie dort nicht installiert, ersetzt das Programm den Font kommentarlos durch einen anderen. Die Laufweite ändert sich, Zeichen rutschen, ein enges Feld läuft plötzlich über. Sie merken es erst, wenn das Teil schon beschriftet ist.
Die Lösung ist ein Handgriff: Wandeln Sie allen Text vor dem Export in Kurven um, je nach Programm heißt das „In Pfade umwandeln”, „In Kurven konvertieren” oder „Text in Zeichenweg”. Danach ist jeder Buchstabe eine feste Geometrie, unabhängig von installierten Fonts. Ein Punkt bleibt zu beachten: Nach dem Umwandeln lässt sich der Text nicht mehr editieren. Heben Sie deshalb eine bearbeitbare Originaldatei auf und exportieren Sie eine zweite, umgewandelte Fassung für den Laser.
Bei variablen Inhalten wie fortlaufenden Seriennummern und Datumsfeldern gilt das nicht. Diese Felder erzeugt die Lasersoftware zur Laufzeit selbst und greift dafür auf eine dort installierte, freigegebene Schrift zu.
Konturlinie und Füllung sauber trennen
Der Laser unterscheidet zwei Grundoperationen, und Ihre Datei muss klar sagen, welche gemeint ist. Eine Kontur fährt er als Linie ab, egal wie dick die Linie am Bildschirm aussieht. Eine Füllung legt er als Fläche an und arbeitet sie mit einer Schraffur (Hatch) ab.
Für reine Umrisse zeichnen Sie deshalb eine Haarlinie, oft als Hairline oder Stärke 0,001 mm bezeichnet. Sie signalisiert der Software: nur die Kontur fahren. Eine breit gezeichnete Linie führt dagegen leicht zu einer Doppelkontur, weil das Programm die beiden Ränder des Strichs abfährt und die Mitte offen lässt. Wollen Sie eine gefüllte Fläche, dann legen Sie eine geschlossene Form an und weisen ihr eine Füllung zu. Offene Pfade, überlappende Formen und doppelt übereinanderliegende Linien führen zu doppelt gebrannten Stellen oder Lücken. Räumen Sie solche Reste vor dem Export auf.
Aus dem CAD sauber exportieren
Kommt die Vorlage aus einer Konstruktion, exportieren Sie am besten ein DXF. Ein paar Dinge ersparen dabei Ärger: Reduzieren Sie die Zeichnung auf das, was wirklich markiert werden soll, und lassen Sie Bemaßung, Rahmen und Hilfslinien weg. Legen Sie Markierinhalte auf eigene Layer, dann lassen sie sich in der Lasersoftware gezielt zuordnen. Schließen Sie Konturen, die geschlossen sein sollen, damit eine Füllung sauber greift. Und prüfen Sie die Einheit: Ein DXF ohne definierten Maßstab landet gern um den Faktor 25,4 daneben, wenn Zoll und Millimeter durcheinandergeraten.
Rastergrafiken, Logos und Fotogravur
Manchmal existiert ein Logo nur als Pixelbild. Ist es scharf und groß genug, lässt es sich mit einer Bildnachzeichnung (Vektorisierung) in Inkscape oder Illustrator in saubere Pfade umsetzen. Das Ergebnis müssen Sie kontrollieren: Automatische Nachzeichner erzeugen oft Tausende winziger Knoten und zittrige Kanten, die den Laser unnötig bremsen. Eine ruhige, von Hand nachgezogene Kontur markiert schneller und sieht besser aus.
Eine echte Fotogravur, etwa ein Porträt auf Metall, bleibt dagegen Raster. Hier zählt der Kontrastumfang: Wandeln Sie das Bild in Graustufen, heben Sie den Kontrast an und passen Sie die Auflösung an das Rastermaß Ihres Systems an. Feiner ist nicht automatisch besser, weil sich zu eng gesetzte Punkte thermisch überlagern und die Fläche zulaufen lassen. Die passende Punktdichte finden Sie am zuverlässigsten mit einem Testraster auf einer Materialprobe.
DataMatrix, QR und Barcodes richtig erzeugen
Maschinenlesbare Codes verzeihen keine Nachlässigkeit. Erzeugen Sie einen DataMatrix- oder QR-Code grundsätzlich in der Lasersoftware oder aus dem Datenfeld heraus, nie als kopiertes Bild aus einem Web-Generator. Ein pixeliger Screenshot, den Sie auf Zielgröße ziehen, verliert die exakte Modulgeometrie, und ein Scanner quittiert das mit einer schlechten Bewertung oder verweigert die Lesung ganz.
Als echter Code bleibt das Modulraster maßhaltig, die Ruhezone rundherum stimmt, und variable Inhalte wie eine laufende Nummer setzt das System automatisch ein. Achten Sie auf ausreichend große Module und genug Kontrast zwischen Markierung und Untergrund. Wie sich das an der Maschine absichern lässt, ist ein eigenes Thema, den Aufbau der Vorlage entscheiden Sie aber schon hier.
Maßstab, Nullpunkt und Position
Legen Sie die Grafik im Maßstab 1:1 in Millimetern an, so groß wie die spätere Markierung. Dann stimmen Strichbreiten, Modulgrößen und Abstände von Anfang an, und Sie umgehen das Skalieren, bei dem sich Proportionen und die kleinste sauber auflösbare Linie verschieben. Bestimmen Sie außerdem den Nullpunkt und die Ausrichtung: Wo sitzt die Markierung auf dem Bauteil, welche Kante ist die Referenz, wie ist gedreht. Ein kurzer Blick auf das Markierfeld schadet nicht, denn wie groß eine Vorlage bei gegebener Brennweite und Feldgröße überhaupt scharf abgebildet wird, hat physikalische Grenzen.
Kurze Checkliste vor dem Export
- Vektorformat gewählt (SVG, DXF, AI, PDF, PLT), Raster nur für Grautöne.
- Alle Schriften in Kurven gewandelt, editierbares Original separat gesichert.
- Konturen als Haarlinie, Flächen als geschlossene, gefüllte Formen.
- Keine doppelten, offenen oder überlappenden Pfade.
- Codes als echter DataMatrix oder QR, nicht als Bild.
- Maßstab 1:1 in Millimetern, Nullpunkt und Ausrichtung festgelegt.
Wenn Sie eine Vorlage haben und unsicher sind, ob sie sauber läuft, schicken Sie uns die Datei mit einem Musterteil. Wir prüfen den Aufbau, bereiten die Grafik markierfertig auf und liefern eine Probe zurück. Unsere Systeme GRAVIS, Integra und GLX500 legen die fertige Vorlage samt Parametersatz pro Bauteil ab, sodass im Alltag „Teil auflegen, Programm wählen, starten” bleibt. Sprechen Sie uns an.